Schmalspur- und Museumsbahnen aktuell

Traditionsverein „Kleinbahn des Kreises Jerichow I“ e. V. (KJI-Verein)

Am 24. September 2016 eröff nete der Traditionsverein „Kleinbahn des Kreises Jerichow I“ e.V. den neu gebauten Streckenabschnitt vom Bahnhof Magdeburgerforth zum Haltepunkt Lindenstraße. Aus diesem Anlass verkehrte am Vormittag zunächst ein Sonderzug mit geladenen Gästen. Anschließend pendelte der reguläre Zug nach Bedarf zwischen dem Haltepunkt Lumpenbahnhof, dem Bahnhof Magdeburgerforth und dem neuen Haltepunkt Lindenstraße. Der erste Spatenstich für den 500 m langen Abschnitt in Richtung Altengrabow war am 6. Oktober 2013 vollzogen worden. Zusammen mit dem im Mai 2011 in entgegengesetzter Richtung eröff neten 800 m langen Abschnitt zum Lumpenbahnhof verfügt der KJI-Verein damit über eine 1,3 km lange Strecke. Am Eröffnungswochenende 24./25. September 2016 kamen darauf neben der vereinseigenen V10C 199 041-5 (LKM 250306/1962) und den beiden Personenwagen 970-823 (modernisierter KB4) sowie 973-001 (dreiachsiger Aussichtswagen) auch die Schönheider V10C 199 051-4 (LKM 250218/1960) als Gastfahrzeug zum Einsatz. Diese Diesellok hatte der Traditionsverein extra zur Feier des Tages aus Schönheide geholt.

Am Nachmittag des 24. September besuchte der Minister für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt, Thomas Webel, den Verein. Während einer Fahrt mit der Museumsbahn informierte er sich über den aktuellen Stand der Bauarbeiten. Doch Minister Webel kam nicht mit leeren Händen: Er übergab dem Verein einen Fördermittelbescheid über 31500 Euro. Dieses Geld dient der Komplettierung einer weiteren Diesellok, die für den Betrieb vor den Personenzügen geeignet ist. Dabei handelt es sich um eine am Eröffnungstag vom Förderverein „Wilder Robert“ e. V. aus Mügeln übernommene Diesellok vom Typ V10C. Den Rahmen dieser Maschine stellte LKM im Jahr 1969 unter der Fabriknummer 250482 her. Seine letzten Einsätze absolvierte das Fahrzeug im Klinkerwerk Muhr in Lichterfeld.

Die Aufbauten der nun vom KJI-Verein übernommenen Lok stammen hingegen von der V10C LKM 250591/1975 aus dem Kieswerk Buchenwäldchen. Bei der Übergabe des Fördermittelbescheides durch Staatsminister Webel konnten die Besucher die schwarz/rot lackierte Diesellok vor dem Lokschuppen in Magdeburgerforth bestaunen. Sobald alle Formalitäten zum Kauf der Maschine erledigt sind, beginnt ihre betriebsfähige Aufarbeitung. Als Betriebsnummer wird sie die bisher für die aus Rittersgrün geliehene Ns3 (LKM 49027/1952) angedachte 199 042-3 erhalten. Bei ihrer Aufarbeitung erhält die V10C übrigens auch eine Druckluftbremse, damit sie Züge bremsen kann. Als nächste Aufgabe für den Gleisbau steht in Magdeburgerforth die Umspurung der 2015 gebraucht vom Molli erworbenen 900-mmWeichen an. Diese werden anschließend für die Umfahrung von Gleis 2 und für den Anschluss der neuen Abstellhalle benötigt.

Der letzte öff entliche Fahrtag des KJI-Vereins 2016 wird am 3. Dezember sein. Dann pendelt der Zug anlässlich der Nikolausfahrten von 13 bis 18 Uhr stündlich zwischen dem Haltepunkt Lindenstraße, dem Bahnhof Magdeburgerforth und dem Haltepunkt Lumpenbahnhof – weitere Informationen gibt es im Internet unter www.kj-1.de.
PM/AM

Waldheimer Eisenbahnfreunde e. V.

Noch in diesem Jahr werden die Mitglieder des Vereins „Waldheimer Eisenbahnfreunde e. V.“ den Wiederaufbau des ehemaligen Stationshäuschens von Kleinmockritz am Bahnhof Rauschenthal weitestgehend beenden. Kleinmockritz war eine Station an dem als letztes fertiggestellten Abschnitt der WG-Linie, der zwischen 1909 und 1911 errichteten und eröffneten 750-mm-Strecke von Wilsdruff über Meißen und Lommatzsch nach Gärtitz bei Döbeln. Durchgehende Züge gab es auf dieser mit knapp 52 km auf dem Papier längsten sächsischen Schmalspurbahn zu keinem Zeitpunkt. Der Bahnhof Kleinmockritz war die größte Zwischenstation im Abschnitt Mertitz Gabelstelle – Gärtitz. Er ging am 27. November 1911 bei Vollendung der WG-Linie in Betrieb und nach einem Abschiedszug von Lommatzsch am 3. Januar 1970 außer Betrieb. Zwischen Mertitz Gabelstelle und (Döbeln-)Gärtitz blieben nur wenige Stationsgebäude erhalten.

Das Wahnitzer wird neben der Freilichtbühne von Leuben genutzt, dass von Simselwitz befindet sich heute in Privateigentum und wird baulich verändert als Lagerraum und Werkstatt genutzt. Das Stationshäuschen von Lossen dient als Lagerraum, befindet sich aber in einem schlechten Zustand. Damit war das Stationsgebäude von Kleinmockritz das einzige dieses Streckenabschnittes, das sich noch weitgehend im Originalzustand befand, aber dem Verfall preisgegeben war. Darauf wurden durch Zufall die Waldheimer Eisenbahnfreunde e. V. im Jahre 2014 aufmerksam. Es entstand die Idee, das Stationsgebäude von Kleinmockritz abzubauen und auf dem Gelände des Bahnhofes Rauschenthal denkmalgerecht wiederaufzubauen.

Außer einer Bahnsteigkante am durchgehenden Streckengleis aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg hat es dort keine Bauten für den Personenverkehr gegeben. Im Laufe der Zeit ist der alte Bahnsteig verschwunden und vor etwa zehn Jahren neu entstanden. Nun wird er mit einem seiner Funktion wieder zugeführten Gebäude ergänzt. Beim Fachbereich Denkmalschutz im Landratsamt Mittelsachsen, dessen Außenstelle sich in Döbeln befindet, fand das Projekt einen Fürsprecher. So demontierten Mitglieder des Waldheimer Eisenbahnvereins in Verbindung mit der Zimmerei Schumann aus Tronitz bei Döbeln im Juli/August 2015 das Kleinmockritzer Stationsgebäude und brachten die Fachwerkkonstruktion nach Rauschenthal. Von der 1896 als Regelspurstrecke eröffneten Linie Waldheim – Kriebstein stand zuvor bereits die Lindenhofbrücke unter Denkmalschutz. Mit dem Empfangsgebäude aus Kleinmockritz besitzt diese von einem Vorgängerverein auf 600 mm umgespurte Eisenbahnlinie nun ein weiteres Kleinod. Der Bahnhof Rauschenthal soll bald wieder Betriebsmittelpunkt der zu reaktivierenden Waldheim-Kriebethaler Eisenbahn sein. Dann wird das Empfangsgebäude in den Eisenbahnbetrieb integriert. Die beiden Räume erfüllen dann wieder ihren ursprünglichen Zweck als Dienst- und Warteraum. Zusätzlich werden sie die Waldheimer Eisenbahnfreunde e. V. als Büro- und Versammlungsräume nutzen.

Übrigens: Das Stationshäuschen aus Kleinmockritz entsprach einem Einheitstyp, wie er auch im Abschnitt Meißen – Lommatzsch der WG-Linie errichtet worden war. Von diesem Streckenabschnitt befindet sich das Stationshäuschen von Löthain in der Pfl ege des Heimatvereins Käbschütztal e. V. Das mit Kleinmockritz identische Gebäude von Zöthain verfällt hingegen zunehmend und soll demnächst abgerissen werden. In Rücksprache mit der Stadtverwaltung Lommatzsch sowie mit den Denkmalschutzbehörden der Landratsämter in Meißen und Döbeln dürfen die Waldheimer Eisenbahnfreunde deshalb in Zöthain die in Kleinmockritz vor der Bergung schon nicht mehr vorhandenen Original-Fenster und die Eingangstür aus der Zeit der K.Sächs.Sts.E.B. bergen und nach Rauschenthal bringen. Der Zeitpunkt wird dafür noch seitens der Stadt Lommatzsch bekanntgegeben. Bei der für den 6. Mai 2017 vorgesehenen Einweihungsfeier plant der Waldheimer Vereinsvorstand bereits mit den dann anwesenden Vertretern der unteren Denkmalschutzbehörde zu einem neuen Projekt ins Gespräch zu kommen: Die Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen schrieben einst neben einem Stationshaus einen Freiabtritt vor. In Zöthain ist diese früher in ganz Sachsen anzutreffende Örtlichkeit noch erhalten, wenn auch in einem verfallenen Zustand. Die Idee ist, alle wiederverwendbaren Originalteile zu bergen und in Rauschenthal ebenfalls neu zu errichten.

Im Bereich Gleisbau waren die Waldheimer Eisenbahnfreunde e. V. in diesem Jahr ebenfalls aktiv. Die Gleise und Nebenanlagen müssen überarbeitet werden, um sie in einen befahrbaren Zustand zu versetzen. Wann es auf den 600-mm-Gleisen wieder Fahrbetrieb gibt, ist derzeit nicht absehbar.
Andreas Lässig/AM

Thüringerwaldbahn und Straßenbahn Gotha (TWSB)

Die vergangenen Wochen waren für die Thüringerwaldbahn und Straßenbahn Gotha GmbH (TWSB) und ihre Freunde sehr turbulent. Dafür sorgten jedoch keinerlei Ereignisse im aktuellen Betrieb oder Verkehr der Straßenbahn, sondern eine Ankündigung des Gothaer Busunternehmers Wolfgang Steinbrück. Nachdem der Kreistag am 20. Juli 2016 den Nahverkehrsplan 2017 bis 2021 für den Landkreis Gotha beschlossen hatte, gab der Busunternehmer am 12. August der Öffentlichkeit bekannt, dass er beim Landesverwaltungsamt Thüringen die Konzession für alle derzeit von der Thüringerwaldbahn und Straßenbahn Gotha GmbH erbrachten Leistungen ab 1. Juli 2017 beantragt habe.

Die Konzession für den Linienbetrieb ist bis zu diesem Zeitpunkt neu zu beantragen. Gemäß Kreistagsbeschluss von 2009 ist die TWSB mit der Erbringung der ÖPNV-Leistungen bis 2024 betraut worden. Der Unternehmer Steinbrück beruft sich nun jedoch auf die EU-Richtlinie 1370, nach der eigenwirtschaftlich erbrachte Verkehrsleistungen den Vorrang genießen. Er gab an, alle bisher durch Straßenbahnen erbrachten Leistungen durch die Erlöse aus dem Fahrkartenverkauf in Bussen und die Ausgleichszahlungen für die Beförderung von Schwerbehinderten decken zu können. Dazu wolle er 13 Niederfl urbusse einsetzen. So würden nach seinen Angaben pro Jahr etwa drei Millionen Euro an Steuergeldern eingespart. Doch das Landesverwaltungsamt äußerte sich verwundert über die Antragstellung und räumte kaum Chancen zur Erteilung der Konzession an die Firma Steinbrück ein. Ebenso stieß der Vorschlag bei vielen Mandatsträgern quer durch die Parteienlandschaft im Kreistag bitter auf.

Wolfgang Steinbrück (CDU), ebenfalls Kreistagsabgeordneter und ehrenamtlicher Beigeordneter des Landrats, hätte somit im Vertretungsfall die Kreistagsbeschlüsse umzusetzen gehabt. Die Stadträte und Bürgermeister der Städte Waltershausen, Friedrichroda und Tabarz ließen sehr schnell ihre ablehnende Haltung erkennen, da sie die sehr gute ökologische Bilanz des Straßenbahnbetriebes besonders in den Urlauberorten schätzen. Mehrere Beschlüsse aus den Räten bzw. Ausschüssen bekräftigen dies. Der Oberbürgermeister von Gotha bekannte sich ebenfalls zur Straßenbahn. Der Gothaer Landrat untermauerte nochmals den Bestand der Beschlüsse zum Betrauungsvertrag von 2009 sowie dem eben gerade beschlossenen Nahverkehrsplan. Der Chef der Regionalen Verkehrsgemeinschaft Gotha (RVG), in dem die Busunternehmen zusammengeschlossen sind, äußerte sich entsetzt über den Steinbrückschen Vorstoß. Er meinte, so gehe man nicht mit Partnern um, denn RVG und TWSB sind beide Mitglied im Verkehrsverbund Mittelthüringen (VMT). Die Firma Steinbrück ist ebenfalls einer der Anteilseigner der RVG.

Der Vorsitzende des FDP-Ortsverbandes Waltershausen, Christian Döbel, rief umgehend die Onlinepetition „Rettet unsere Thüringer Waldbahn“ ins Leben. Ziel ist es, größtmöglichen Druck zu erzeugen und nach dem Erreichen des Quorums von 1900 Unterschriften eine Vorlage im Kreistag von Gotha einzubringen. Inzwischen haben bereits mehr als 7500 Unterzeichner europa- und weltweit, davon mehr als 5000 allein aus dem Kreis Gotha, die Petition unterstützt. Die Petition läuft noch bis zum 14. November 2016. Der Verein Gothaer Straßenbahnfreunde e. V. bittet alle Freunde des Schienenverkehrs, die Petition zu unterstützen, egal ob aus dem Kreisgebiet von Gotha oder überregional. Zur Abgabe von Stimmen online oder zum Herunterladen von Unterschriftenbögen steht die Webeseite www.openpetition.de/petition/ online/rettet-unsere-thueringer-waldbahn zur Verfügung. Unterschriftenbögen können anschließend gern auch an die Th üringerwaldbahn und Straßenbahn Gotha GmbH, Waltershäuser Straße 98 in 99867 Gotha, eingesendet werden. Mitarbeiter und Mitglieder des Vereins Gothaer Straßenbahnfreunde e. V. übernehmen das Scannen, Hochladen und die Eingabe der Namen in die Petition.

Die Firma Steinbrück betreibt nach eigenen Angaben seit 1948 Busbetrieb, der aus einem landwirtschaftlichen Betrieb hervorgegangen ist. Sie überstand alle Verstaatlichungsversuche zu DDR-Zeiten. Heute ist das Unternehmen in verschiedene Bereiche aufgeteilt. Es bietet neben Nahverkehr auf Stadt- und Überlandbuslinien zum Beispiel auch Busreisen und Bus-Charterfahrten an. Die Erfahrungen der Bevölkerung mit dem vom Unternehmen erbrachten Linienverkehr sind durchwachsen. Das Spektrum reicht von Zufriedenheit bis zum Ärger über Unpünktlichkeit, kaum oder wenig Deutsch sprechendes Fahrpersonal bis zu mangelhaften Bussen. Im Reisebürosektor wechselten mehrfach die Franchisegeber bzw. Kooperationen, so zum Beispiel mit Sonnenklar-TV. Das Fernbusgeschäft gab die Firma nach wenigen Jahren wieder auf. Wolfgang Steinbrück ist im September als Präsident des Bundesverbandes deutscher Omnibusunternehmen wiedergewählt worden.

Seit Anfang Oktober ermittelt die Staatsanwaltschaft Mühlhausen wegen des Verdachts der Untreue gegen die Regionale Verkehrsgemeinschaft Gotha (RVG) sowie auch gegen die Firma Steinbrück. Darauf legte dieser sein Amt als ehrenamtlicher Beigeordneter des Landrates nieder und trat danach auch als Kreistagsabgeordneter zurück. Zu seinem im Sommer eingereichten Antrag auf Übernahme aller Straßenbahnleistungen der TWSB werden seitdem Stellungnahmen aller Betroffenen (Gemeinden, Landkreis und TWSB) eingeholt. Eine Entscheidung des Landesverwaltungsamtes wird zum Jahresende 2016 erwartet. Selbstverständlich hat die TWSB die Verlängerung der Konzession beantragt. Sie bekennt sich zur weiteren Modernisierung und Beschaffung von neuen Niederflurwagen. Die Infrastruktur ist gut ausgebaut. Die Überlandbahnabschnitte sind über weite Strecken mit 65 km/h befahrbar. Die meisten Haltestellen entsprechen den heute geforderten Bestimmungen der Barrierefreiheit.

Die Gemeinden Friedrichroda und Tabarz gaben in ihren Stellungnahmen bekannt, dass es vielerorts gar nicht möglich sei, Busverkehr im 30-Minuten-Takt in beiden Richtungen abzuwickeln. Zu groß wären die Einschränkungen mit Halte- und Parkverboten für die örtliche Bevölkerung. Ebenso sei die Haltestelleninfrastruktur zu einer kurzfristigen Betriebsaufnahme nicht geeignet. Investitionen auf diesem Sektor gingen zu Lasten der Gemeinden.

Neuigkeiten von Straßenbahnfahrzeugen
Der Tatra-Tw 313 ist nach Modernisierung und Hauptuntersuchung in eigener Werkstatt wieder in Betrieb genommen worden. Der Tw 522 hatte am 18. August 2016 einen „unverschuldeten“ Zusammenstoß mit dem Heckteil eines Busses der Firma Steinbrück. Die Triebwagenführerin kam mit dem Schrecken davon und Fahrgäste kamen nicht zu Schaden. Das A-Teil des Düwag-Achtachsers ist am Rahmen schwer beschädigt und kann voraussichtlich nicht mehr aufgebaut werden.
Ronny Quaß

Strecke Freital-Hainsberg – Kurort Kipsdorf (Weißeritztalbahn)

Der Wiederaufbau des oberen Streckenabschnittes der Weißeritztalbahn zwischen Dippoldiswalde und Kurort Kipsdorf schreitet zügig voran. Als letzte in den vergangenen Jahren fehlende Brücke der Schmalspurbahn wurde die am Streckenkilometer 23,785 zwischen Buschmühle und der langen Gerade vor dem Endbahnhof am 26. Juli auf ihre Lager am Rande der Roten Weißeritz gesetzt. Das Streckengleis liegt zwischen Dippoldiswalde und Kurort Kipsdorf bis auf kurze Lücken komplett. Trotzdem hat die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft (SDG) bis zum Redaktionsschluss noch keinen offiziellen Eröffnungstermin benannt.

Wie bereits vor 2010 festgelegt, ist der Bahnkörper von km 16,094 bis km 16,621 zwischen der ehemaligen Ortsgrenze Dippoldiswalde/ Ulberndorf und der einstigen Karnahlmühle neu trassiert worden. Bis zum Augusthochwasser 2002 überquerten von Dippoldiswalde bergwärts fahrende Züge am km 16,153 die Bundesstraße 170 sowie am km 16,172 die Rote Weißeritz und umfuhren danach das alte Chaussee-Einnehmerhaus an der Bundesstraße 170. Auf diesem nicht mehr genutzten Trassenstück befindet sich heute auf nahezu ganzer Länge ein kombinierter Geh- und Radweg. Der neue Bahnübergang mit der Bundesstraße 170 entstand im August 2016 am Streckenkilometer 16,600 auf Höhe des Ärztehauses in Ulberndorf (seit 1973 ein Stadtteil von Dippoldiswalde).

Ab dem Kilometer 16,621 verläuft die Trasse wieder auf dem historischen Planum von 1882. Das Einschottern der neu verlegten Gleise übernahm im Auftrag der Niederlassung Dresden der SERSA GmbH die SDG mit ihrer Diesellok L45H-084 und den drei vom Mansfeld-Kombinat stammenden ehemaligen Schlackewagen. Um für den Eisenbahnbau als Schotterwagen genutzt werden zu können, hatten sie bereits vor mehreren Jahren zusätzliche Schotterleitbleche bekommen. Dadurch lässt sich Schotter mit den Wagen sowohl seitlich als auch mittig ins Gleis einbringen. Vor dem Auslegen der Schwellen war der Unterbau (Bettungskörper) in Ulberndorf verdichtet worden. Dadurch lag das „Rohbaugleis“ nach dem Schottern geringfügig unter Sollgleislage. Bevor die Gleisstopfmaschine mit dem Stopfen des Gleises beginnen durfte, nahmen zwei Techniker mit manuell geführten Vormesswagen die vorhandene Gleislage auf und ermittelten in Bezug zu trassennahen Festpunkten die Höhen- und Richtungsdifferenzen. Diese Daten werden digital an die folgende Gleisstopfmaschine weitergegeben.

Der Maschinist der folgenden Gleistopfmaschine vom Typ Metrolino B20 kontrolliert praktisch nur noch die Arbeit seiner Maschine. Diese bringt das Gleis automatisch in die richtige Position. Danach fährt ein Bettungspflug – von Gleisbauern umgangssprachlich Bürstel genannt – über den frisch gestopften Gleisabschnitt und bringt das Schotterbett mittels eines Pfluges an der Front und rotierenden Kehrbürsten auf der Rückseite in Form. So entsteht der korrekte Bettungsquerschnitt – vor allen der erforderliche Vorkopfschotter an den Stirnseiten der Schwellen, der für die Lagesicherheit des Gleises wichtig ist.

In den Gleisabschnitten, in denen eine Bettungsreinigung stattfand, war anschließend ein zweiter Stopfgang erforderlich. Der Einsatz der Bettungsreinigungsmaschine brachte übrigens auf Ulberndorfer Flur an mehreren Stellen große Brocken Gießereischlacke ans Tageslicht, mit denen nach dem Weißeritz-Hochwasser von 1897 die Schäden am Bahnkörper beseitigt worden waren. Da der in Schmiedeberg nach wie vor aktive Mühlgraben zum ehemaligen Nitzsche-Elektrizitätswerk im Pöbeltal den HK-Bahnkörper zwischen km 22,4 und km 22,6 durchweicht hatte, kam der von Dippoldiswalde vorgestreckte Gleisbau dort im Sommer unerwartet zum Erliegen. Um den Stillstand zu kompensieren, erfolgte die Gleismontage oberhalb der Schadstelle von Kipsdorf aus talwärts.

Auf dem Gelände des Endbahnhofes Kurort Kipsdorf liefen die Erneuerungen der Stützmauern sowie der Bahnhofslängs- und -querentwässerung parallel. Zwei Bahnsteiggleise und das Lokumfahrgleis werden neu gebaut, die übrigen vorhandenen Gleisanlagen bleiben als Bestandsgleise ungekürzt bestehen. Sowohl das Kipsdorfer Stellwerk als auch das Stationsgebäude von Obercarsdorf erhielten einen neuen Anstrich. Die dabei verwendeten Farben sollen der ursprünglichen Lackierung entsprechen, das haben Farbproben der verwitterten alten Hölzer ergeben.

Die Sanierung des Kipsdorfer Lokschuppens steht kurz vor dem Abschluss. Diese Arbeiten umfassen auch eine neue Dachdeckung mit zwei Rauchabzugsschächten und neue Tore für das Heizhaus. Außerdem wird das Gleis in beiden Ständen neu aufgeständert. Über den Fortschritt der Arbeiten zwischen Dippoldiswalde und Kipsdorf informierte die SDG während des diesjährigen Schmalspurfestivals der Weißeritztalbahn am 16./17. Juli, aber auch die Professur Eisenbahnwesen der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg bei vier Baustellenwanderungen.
Michael Voigt/André Marks (mit Unterstützung von Prof. Hans-Christoph Thiel)

Strecke Helbra – Klostermansfeld – Wippra („Wipperliese“)

Die Kreisbahn Mansfelder Land, die Mansfelder Bergwerksbahn sowie weitere Mitorganisatoren laden am 22. Oktober zum 1. Wipperliesen-Wandertag im Wippertal ein. Treff punkt für diese an interessierte Heimat- und Wanderfreunde gerichtete Veranstaltung ist 9 Uhr am Bahnhof Klostermansfeld. Von dort geht es 9.30 Uhr mit der „Wipperliese“ bis Biesenrode. Bei der anschließenden Wanderung im Wippertal mit acht Kilometern Länge wird unter anderem am Schwert im Stein, am „Sauer Brunnen“, Schloss Rammelburg, Tunnelblick und in der Hausbergbaude jeweils ein Zwischenstopp eingelegt. Die Rückfahrt beginnt 16.09 Uhr ab Friesdorf Ost.

Weitere Informationen gibt es im Büro der Mansfelder Bergwerksbahn, Telefon 03 47 72/ 27 640 oder unter buero@bergwerksbahn.de.

Wisentatalbahn

Die im Juni 1887 von den K.Sächs.Sts.E.B. eröff nete regelspurige Strecke vom sächsischen Schönberg ins knapp 15 km entfernte Schleiz entlang des Flüsschens Wisenta wird heute als Wisentatalbahn vermarktet. Auf ihr fahren heute eigentlich lediglich die Dieseltriebwagen des gleichnamigen Fördervereins. Am 27. November 2016 wird aber die Dampfl ok 86 1333-3 der PRESS mit einem öff entlichen Sonderzug von Gera über Zeulenroda und Schönberg bis nach Schleiz fahren. Ziel der Fahrt ist der Weihnachtsmarkt auf dem in der Nähe befi ndlichen Schloss Burgk. Der „Weihnachtszug“ startet 10.15 Uhr in Gera und triff t mittags in Schleiz ein. Die Rückfahrt von Schleiz beginnt 16.55 Uhr, die Ankunft in Gera ist für 18.48 Uhr geplant. Zustiegsmöglichkeiten gibt es in Weida, Triebes und entlang der Wisentatalbahn. Die Preise staff eln sich je nach Fahrtstrecke von 15 bis 48 Euro, Familien erhalten einen Rabatt. Weitere Angaben gibt es unter 03 65/22 69 47 40 und per E-Mail unter info@wisentatalbahn.de sowie fahrkarten@geraer-eisenbahnwelten.de.
PM

Sächsisches SchmalspurbahnMuseum Rittersgrün

Die im Herbst 2015 begonnene optische Aufarbeitung des zweiachsigen off enen Güterwagens K.1942 kommt aktuell im Oktober zum Abschluss. Der 1894 in den Eigenen Werkstätten der K.Sächs.Sts.E.B. gebaute Zweiachser der lfd. Nr. 777 zeigt sich nun mit einer korrekten sächsischen Beschriftung im Stil vor 1900. Die Staatsbahnverwaltung hatte den Wagen der Gattung Ow für die Strecke Oschatz – Strehla beschafft. Ab 1894 kam er mehrere Jahrzehnte im Mügelner Netz zum Einsatz, seit Anfang der 1950er Jahre mit der Nummer 97-18-51. Im Jahr 1967 setzte die Deutsche Reichsbahn den Zweiachser als Bahnhofswagen nach Wolkenstein um. Von hier kam er im Herbst 1971 nach Grünstädtel und am 15. Januar 1972 mit anderen Exponaten im Schlepp von 99 579 ins geplante Schmalspurbahnmuseum nach Rittersgrün.

Nach einer ersten Restaurierung war seine Holzbeplankung ab 1976 grau lackiert und mit der Abkürzung „K.Sächs.Sts.E.B.“ und einer Krone beschriftet. Ende der 1990er Jahre wurde der Ow entplankt, entrostet, grundiert, mit neuen Brettern versehen, neu lackiert und fast fehlerfrei im sächsischen Stil vor 1900 beschriftet. Das damals verwendete Holz litt jedoch in den vergangenen 15 Jahren unter den Erzgebirgswintern. Deshalb erneuerte ein Freund des Schmalspurbahnmuseums in den vergangenen Monaten die Holzbeplankung und verband dies mit Konservierungsarbeiten an den Metallteilen. Er kümmerte sich meistens unter der Woche vor oder nach seiner Arbeit um die Restaurierung des Zweiachsers. Dazu besorgte er neues Holz, die Farbe und passende Schrauben. Unterstützung erhielt er von der überregional aktiven IG Wagen. Das ermöglichte die korrekte Beschriftung nach dem Vorbild der Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen. Zuvor waren die Richtungspfeile „nach Wolkenstein“ fälschlicherweise in jeweils beide Richtungen angebracht. Außerdem war der die sächsische Betriebsnummer K.1942 abschließende zweite Punkt historisch nicht nachweisbar.

Im April 2016 erhielt der Unkrautbekämpfungswagen 97-09-74 seinen finalen Anstrich und abschließend neue Anschriften. Zuvor hatten Mitglieder des Rittersgrüner Eisenbahnvereins am Kessel des Vierachsers verschiedene Schweißarbeiten ausgeführt und das Bremsgestänge vervollständigt.

Das Augenmerk der Vereinsmitglieder liegt derzeit auf der Instandsetzung der 600-mmParkbahn. Beim Bau der Gleise war Anfang des Jahrtausends ausschließlich gebrauchtes Material verwendet worden. Zum Beispiel stammten die Schwellen und der Gleisschotter vom nach dem Jahr 2000 damals umgebauten Bahnhof Schwarzenberg.

Da sich Eisenbahnfreunde immer wieder fragen, warum damals die Parkbahn gebaut und nicht die 750-mm-Gleisanlage erweitert worden war, hier eine offizielle Antwort vom Verein: Die 600-mm-Parkbahn entstand, um das Museum attraktiver zu gestalten – insbesondere für Familien mit Kindern. Diese Gäste sehen ein lebloses Museum meist als langweilig an. Deshalb entstand gemeinsam mit dem örtlichen Dorfschmied ein kleiner Rundkurs um den Spielplatz. Am Anfang fuhr dort eine umgebaute Diesellok vom Typ Ns2f mit zwei selbstgebauten Wagen. Ein regelmäßiger Fahrbetrieb und eine Erweiterung der 750-mmGleisanlagen waren für den Verein zu teuer und zu aufwändig.

Öffnungszeiten: Das Sächsische Schmalspurbahn-Museum in Rittersgrün hat auch im Winterhalbjahr 2016/ 2017 jeweils dienstags bis sonntags zwischen 10 und 16 Uhr geöffnet. Außerhalb dieser Zeiten können nur die im Freien aufgestellten Fahrzeuge und Anlagen besichtigt werden. Am 4. Dezember findet oberhalb des Bahnhofsgeländes voraussichtlich das traditionelle „Pyramidenanschieben“ statt, Gäste sind dazu willkommen. Für 2017 ist erneut eine Fotoveranstaltung vorgesehen.
Kurt Göthel/AM

Museumsbahn Schönheide e. V.

Im September begann die betriebsfähige Aufarbeitung der Dampflokomotive 99 516. Ihren bisher letzten öffentlichen Auftritt im montierten Zustand hatte die Lok der sächsischen Gattung IV K am ersten Septemberwochenende im Rahmen des Bürstenfestes. Aus diesem Anlass wurde die Maschine am Sonntagmittag zur Lokparade vor das Heizhaus gezogen. In den darauff olgenden Tagen traf ein Fördermittelbescheid zur betriebsfähigen Aufarbeitung der IV K beim Verein ein. Danach ließen die Eisenbahnfreunde die Maschine am 21. September zur RVE-Schienenfahrzeuginstandsetzung nach Marienberg bringen, wo die Lok in den kommenden Monaten hauptuntersucht wird. Dazu zerlegen die Beschäftigten der RVE die IV K inzwischen schrittweise in ihre Einzelteile. Mit dem Beginn der Hauptuntersuchung startete gleichzeitig die Spendenaktion „Alles auf Anfang“. Denn um die Förderung des Freistaates Sachsen in Anspruch nehmen zu können, muss der Verein 25 Prozent der veranschlagten Summe als Eigenmittel aufbringen. Das Spendenziel der Museumsbahn Schönheide e. V. beträgt deshalb 51 600 Euro. Die Kontoverbindung finden Hilfswillige zum Beispiel im Internet auf der Webseite des Vereins.

Am 24./25. September unterstützte die Museumsbahn Schönheide e. V. ihren Partnerverein in Magdeburgerforth. An diesem Wochenende eröffnete der Traditionsverein „Kleinbahn des Kreises Jerichow I“ einen neuen Streckenabschnitt – siehe Seiten 14/15. Der Verein aus Schönheide steuerte dazu seine Diesellokomotive 199 051-4 als Gastfahrzeug sowie Personal bei. Am 29. September kehrte die Diesellok vom Typ V10C nach Schönheide zurück.

Bei der Museumsbahn nach Stützengrün musste – wie bereits im PK 151 beschrieben – der holzbeplankte vierachsige Personenwagen 970-369 im Juli kurzfristig aus dem Betriebspark genommen werden. Die Unbilden des Wetters machten eine dringende Sanierung der äußeren Holzbeplankung auf Höhe der Fenster notwendig. Diese Arbeiten kamen im August mit dem Lackieren der erneuerten Bretter und dem Beschriften zum Abschluss. Zum Bürstenfest Anfang September stand der großfenstrige Personenwagen wieder für den Betriebseinsatz zur Verfügung. Mit dem großfenstrigen 970-318 war im Januar 1993 der erste Personenwagen zur Museumsbahn Schönheide gekommen. Bei dem 1907 in Bautzen gebauten Vierachser handelt es sich nicht nur um den ältesten Wagen der Museumsbahn Schönheide, sondern zugleich um das älteste weitestgehend im Originalzustand erhaltene Exemplar dieser Bauart.

Im „Bildlichen Verzeichnis“ der K.Sächs.Sts.E.B. waren die mit je einem Sitzabteil der 2. und der 3. Klasse in Dienst gestellten Fahrzeuge unter der lfd. Nr. 711 geführt worden. Der heutige Museumswagen ging 1907 mit der sächsischen Betriebsnummer 370K in Dienst. Die DRG wies ihm 1927 die Betriebsnummer „Dresden K145“ zu, was die DRB im Jahr 1938 in „145 Dre“ änderte. Über den Zwischenschritt 7.0145 kam er 1958 zur heutigen Betriebsnummer 970-318. Seit November 1914 verfügt der Wagen über eine Saugluftbremse der Bauart Körting. Seine ursprüngliche zweiklassige Inneneinrichtung behielt der Vierachser bis 1928. In diesem Jahr erhielt er auch im ehemaligen 3.-Klasse-Abteil neue Sitze der 2. Klasse. Knapp drei Jahrzehnte später – 1957 – versah die Deutsche Reichsbahn den Wagen mit Hartpolstersitzen sowie einer Blechverkleidung. Als Einsatzstrecken sind bis 1924 die Müglitztalbahn und anschließend bis 1950 die Preßnitztalbahn nachgewiesen. Danach setzte die Reichsbahn den Wagen bis 1967 auf der Linie Grünstädtel – Oberrittersgrün ein. Erhalten blieb der Vierachser durch seinen Verkauf 1969 an die DMV-AG nach Crottendorf, wo ihn Ende 1992 der noch junge Museumsbahnverein aus Schönheide erwarb. Nach seiner umfangreichen Restaurierung mit einer längeren Arbeitsunterbrechung zugunsten eines anderen Wagens ging der noch mit Trichterkupplung und Teilen der Gasbeleuchtung versehene 970-318 im Oktober 1999 auf der Museums bahn in Betrieb. Nach der Hauptuntersuchung im Jahr 2009 erfolgte nun die zweite Fristverlängerung nach § 32 ESBO. Ende September wurden die bei der Untersuchung festgestellten Mängel beseitigt, der Wagen gründlich gereinigt und alle notwendigen Protokolle und Antragsformulare bearbeitet und versendet.

Infrastruktur und Fahrbetrieb:

Neben den regulären Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten an der Infrastruktur wurde Ende September das Gleis 3 im Lokschuppen teilweise saniert. Hierbei handelt es sich um das so genannte „Dieselgleis“ ohne Arbeitskanal. Am Stellplatz der Diesellok wurde die alte Betondecke entfernt, neu betoniert und das Gleis zum Einbau vorbereitet. Der nächste reguläre Dampfbetrieb der Museumsbahn Schönheide fi ndet am Wochenende 3./4. Dezember statt. Dann lädt der Verein zu den Adventsfahrten ein. Eine Woche später, am 10./11. Dezember, bilden die Nikolausfahrten den Abschluss der Schönheider Bahn’l-Saison 2016. Während der Fahrt gibt es wie gewohnt Süßigkeiten für alle Kinder. Am Bahnhof Schönheide sorgt der Imbiss mit Mittagsangeboten, Glühwein und Leckereien für das Wohl der Gäste.
Michael Kapplick/AM

Interessenverband der Zittauer Schmalspurbahnen e. V.

Am Wagenkasten des zweiachsigen Postwagens 1717 erneuerte ein Fachbetrieb im September die nicht mehr verwendbaren Bretter der Außenbeplankung. Dabei erhielten eine Stirnwand sowie drei Seitenwände im oberen Bereich neues Holz. Außerdem erstellten die Mitarbeiter des Unternehmens zwei Fensterausschnitte samt Unterkonstruktion neu. In den nächsten Wochen wird die Innenwandverkleidung an den betreff enden Stellen eingebaut. Das Holz für diese Arbeiten erhielt der Interessenverband als Sachspende. Für die drei vereinseigenen Reisezugwagen 970-403, 970-454 und 974-112 wurden in den vergangenen Wochen in Zittau in Zusammenarbeit mit der IG Preßnitztalbahn e. V. 15 Dachlüfter nachgegossen. Im Winterhalbjahr werden diese äußerlich Cognacschwenkern ähnelnden Lüfter in der Bertsdorfer Werkstatt montiert und auf den genannten Wagen befestigt.
Torsten Bartsch

Wagenecke

Einer gesicherten Zukunft sieht inzwischen der 2003 von der IG Weißeritztalbahn e. V. neben dem Bahnsteig in Freital-Hainsberg geborgene hölzerne Aufbau des einst vierachsigen Postwagens 2960 (Bautzen 1912) entgegen. Der seitdem auf einem Rollfahrzeug unter einer Plane abgestellte Wagenkasten wurde Ende August nach Zittau gebracht. Neuer Eigentümer ist seit April dieses Jahres der Interessenverband der Zittauer Schmalspurbahnen e. V. Dieser stellte den hölzernen Kasten zunächst auf SOEG-Gelände ab. Für seinen geplanten Wiederaufbau stellt der Förderverein „Wilder Robert“ e. V. das Fahrgestell des Gepäckwagens 974-307 mit Diamond-Drehgestellen, Kupp974-307 mit Diamond-Drehgestellen, Kupp974-307 lungen und Saugluftbremsausrüstung zur Verfügung. Die SOEG mbH und die Döllnitzbahn GmbH unterstützen den Wiederaufbau logistisch und fi nanziell. Nach seiner Wiederinbetriebnahme soll der vierachsige Postwagen sachsenweit zum Einsatz kommen. Damit würde es neben dem im Eigentum der IG Verkehrsgeschichte Wilsdruff e. V. befi ndlichen Postwagen 2680 (Baujahr 1908) auch vom 1912 gebauten vierachsigen Postwagentyp ein betriebsfähiges Exemplar geben.
AM

Friedländer Bezirksbahnen

Der viele Jahrzehnte in Nordböhmen am regelspurigen Bahnhof Friedland Vorstadt als Kohlenschuppen genutzte Kasten des zweiachsigen sächsischen Gepäckwagens 1491K (DRG-Nr. „Dresden K2013“) hat Anfang September 2016 seinen Standort gewechselt und ist zugleich ins Eigentum eines tschechischen Eisenbahnvereins übergegangen. Der Verein Friedländer Bezirksbahnen (tschechischer Name Spolek Frýdlantské okresní dráhy) kannte den 1896 in Sachsen für die K.Sächs. Sts.E.B. gebauten 750-mm-Wagen seit mehreren Jahren. Nun haben die Eisenbahnfreunde den ab 1899 von der Generaldirektion in Dresden unter der lfd. Nr. 752 geführten Wagen im Bereich des ehemaligen FrBB-Lokschuppens Friedland aufgestellt. Mittel- bis langfristig ist seine rollfähige Aufarbeitung angedacht, befand sich dieser Zweiachser doch nach Mai 1945 auf dem Territorium der wiedergegründeten Tschechoslowakei und wurde mehrere Jahre von den CSD auf der 750-mm-Strecke Friedland – Hermsdorf genutzt.
AM

Museumsfeldbahn Leipzig-Lindenau e. V.

Nach Einstellung der 750-mm-Schmalspurbahn Meißen – Lommatzsch – Döbeln verkaufte die Deutsche Reichsbahn die Kästen zahlreicher Reisezugwagen und gedeckter Güterwagen an interessierte Betriebe, Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG) oder Anwohner. So gelangte der Kasten des am 19. November 1968 ausgemusterten vierachsigen Gepäckwagens 974-312 (Gotha 1912, erste Betriebsnummer 1416K, DRG K1800) auf das Grundstück von Familie Till nach Mochau. Hier nutzte der langjährige Zugführer der WG-Linie den Aufbau mit seiner Frau als Geräteschuppen im Garten. Altersbedingt – Frau Till fuhr vor der Vertreibung als kleines Mädchen in Ostdeutschland noch mit den Pillkaller Kleinbahnen, ihr Mann ist inzwischen verstorben – gaben die Tills vor mehreren Monaten das Grundstück auf. Die neuen Nutzer stellten den Schmalspurwagenkasten im Juni 2016 bei Ebay-Kleinanzeigen ein.

Den Zugschlag erhielt letztendlich der Verein Museumsfeldbahn Leipzig-Lindenau e. V. Dieser betreibt am westlichen Rande der Messestadt eine 800-mm-Feldbahn, auf der er bereits den ursprünglich aus Sachsen stammenden 970-204 (vierachsiger Oberlichtwagen der lfd. Nr. 715/716, E.W. 1900, zuletzt Netz Dahme), umgebaut zum Aussichtswagen, einsetzt und die Kästen der sächsischen GGw 97-12-56 und 97-13-79 und 97-13-79 und als Lagerräume nutzt. Bei der Bergung des Gepäckwagenkastens in Mochau am 17. September regnete es un unterbrochen. Erst vom Abladen in LeipzigLindenau gibt es vorzeigbare Fotos. Der Kasten von 974-312 soll nun zunächst neben dem grau lackierten GGw 97-13-79 als Lagerschuppen verwendet werden.
AM

Mansfelder Bergwerksbahn

Am Wochenende 1./2. Oktober feierte der Verein Mansfelder Bergwerksbahn e. V. sein 25-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass gab es rund um den Bahnhof Klostermansfeld ein großes Eisenbahnfest und es verkehrten zahlreiche Sonderzüge auf der Schmalspurbahn von Benndorf nach Hettstedt Kupferkammerhütte sowie auf den umliegenden Regelspurstrecken. Alle Züge waren mindestens zu 80 % ausgelastet – meistens aber sogar überfüllt.

Auf der Schmalspurbahn fuhren zwei Personenzüge sowie ein Güterzug. Zur Beförderung standen neben der vereinseigenen Lok 20 auch die Gastlokomotiven 99 4652 von der Insel Rügen sowie 99 1787-3 von der SOEG aus Zittau zur Verfügung. Letztere verkehrte beschildert und beschriftet als Lok 12 „Patriot“, so wie eine Schwestermaschine einst auf der Werkbahn des Mansfeld-Kombinates im Einsatz gewesen war. Auf Normalspurgleisen fuhren die Dampflok 86 1333-3 der PRESS und die Diesellok 112 703-4 der Muldental-Eisenbahnverkehrsgesellschaft mbH (MTEG) aus Glauchau einen Personenzug im Stil der 1960er Jahre auf der „Wipperliese“. Die Dampfl oks 95 1027-2 (Eigentum DB Museum, betreut von Traditionsgemeinschaft 50 3708 e. V. in Blankenburg) und 50 3648-8 (Sächsisches Eisenbahnmuseum e. V., Chemnitz) pendelten hingegen zwischen Hettstedt und Klostermansfeld auf diesem Teilstück der ehemaligen Kanonenbahn. Parallel erreichten vier Sonderzüge aus Berlin, Leipzig, Gera und Vienenburg den Bahnhof Klostermansfeld. Eine kleine Fahrzeugschau rundete die Veranstaltung ab.
AM

Prignitzer Kleinbahnmuseum Lindenberg e. V. (Pollo-Verein)

Die Mitglieder des Pollo-Vereins arbeiten in Mesendorf aktuell zum Beispiel an der Elektrik ihrer Diesellok Kö 6401 vom Typ Ns3. Dabei bauen sie die elektrische Anlage von 12 Volt auf 24 Volt um. Die beiden in Ostritz aufgearbeiteten Radsätze der Diesellok erwartete der Verein Anfang Oktober in der Prignitz zurück. Bei der BMS-Stahlbau GmbH waren das Profil der Räder und die Achslagerflächen bearbeitet sowie die Lagerschalen neu ausgegossen worden. Bis Ende November soll die Kö 6401 wieder auf eigenen Achsen stehen.

Aufarbeitung zweiachsiger Gepäckwagen 975-303: Mitte September trafen das neue Dachgestell, die neu angefertigten Schiebetüren sowie das Holz für die Seitenwände beim Verein ein. Aktuell versehen die Aktivmitglieder des Pollo das Holz mit drei Schichten Farbe, danach kann der Einbau beginnen. Das Aufachsen des Rahmens hat sich verzögert, da das Arbeitsgleis in Mesendorf vom Stangenwagen besetzt war. Bis Ende des Jahres soll der Gepäckwagen aber wieder auf eigenen Achsen stehen.

Kombinierter Gepäck-/Postwagen 976-101: Die Tischlerei Hübner feierte Ende September in Zwönitz beim Neuaufbau des Wagenkastens das Richtfest. Der neue Aufbau verfügt seitdem über Dachspriegel. Als nächster Schritt wird das Dach mit Holz gedeckt, parallel werden der Dachaufsatz für die Umlenkrollen der Gewichtsbremse sowie die Innenverkleidung und die neuen Türen angefertigt. Am Untergestell nähern sich die Stahlbauarbeiten in Lindenberg dem Ende. Im Oktober soll der Rahmen noch gesandstrahlt werden und eine erste Grundierung erhalten, bevor er dann auf Hilfsdrehgestellen nach Mesendorf kommen kann.

Den Rahmen des zweiachsigen Stückgutwagens 97-51-76 haben die Pollo-Freunde in den 97-51-76 vergangenen Wochen komplett entrostet und mit zwei Farbschichten versehen. Die neuen Türen und Bretter für die Seitenwände bereiteten sie Anfang Oktober für den Einbau vor, parallel dazu demontierten und reinigten sie die Zug- und Stoßvorrichtung. Die Radsätze des vierachsigen Stangenwagens 97-55-16 befanden sich im Sommer bei der BMS-Stahlbau GmbH im sächsischen Ostritz. Anfang September kehrten sie von ihrer Aufarbeitung nach Mesendorf zurück. Ihr Einbau fand am 7./8. Oktober statt – seitdem steht der vierachsige Güterwagen wieder für Fotoveranstaltungen zur Verfügung.

Veranstaltungen: Veranstaltungen:
Am 17./18. September fand beim Pollo zum zweiten Mal die „Schmalspur-Expo“ der ArGe-Schmalspur e. V. statt. Bei spätsommerlichem Wetter waren die Züge an beiden Tagen stets gut gefüllt. Es gab Zweizugbetrieb, bei dem die aus Jöhstadt geliehene 99 4511 den historischen Zug (ausschließlich aus originalen Pollo-Wagen gebildet) bespannte, während die Diesellok vom Typ V10C den zweiten Zug des Vereins führte. Mit einem Werbestand war der Pollo-Verein Anfang September bei den Meininger Dampfloktagen, Mitte September beim Bahnhofsfest in Mügeln, Anfang Oktober beim Jubiläum „25 Jahre Mansfelder Bergwerksbahn“ sowie auf der Messe „modell–hobby–spiel“ in Leipzig vertreten. Vom 28. bis 31. Oktober laden die Vereinsmitglieder zum Herbstdampf mit 99 4511 in die Prignitz ein. Der 28. Oktober ist dabei von 8 bis 17 Uhr als „Fototag“ für Eisenbahnfreunde geplant, 18 Uhr fi ndet eine Fackelfahrt von Mesendorf nach Lindenberg zu einem Lagerfeuer statt. Am 29., 30. und 31. Oktober fahren die Züge mit stilechten wechselnden Garnituren zwischen Mesendorf und Lindenberg, bevor 99 4511 Anfang November nach Jöhstadt zurückkehren wird. Die diesjährigen Nikolausfahrten des PolloVereins fi nden am 12. und 13. Dezember statt. Dann verkehrt eine Diesellok.
Sven Lieberenz/AM


zurück zum Preß'-Kurier